Projektdaten, Beweggründe & Fragestellungen

Projektdaten:

Programm: Modellregionen Elektromobilität (Ausschreibung 2015)
Programmsteuerung: Klima- und Energiefonds
Programmabwicklung: Kommunalkredit Public Consulting GmbH (KPC)
Projektdauer: 01.03.2016 bis 28.02.2017
Projektpartner:

  • Österreichische Energieagentur – Austrian Energy Agency
  • mipra motiv- & mobilitätsforschung | Institut Mag. Praschl
  • TU Wien – Institut für Verkehrswissenschaften
  • Umweltbundesamt GmbH

Beweggründe und Fragestellungen:

Einspurige Kraftfahrzeuge, insbesondere solche mit Zweitaktmotor, verursachen hohe Luft-schadstoff- und Lärmemissionen. Elektro-Mopeds und Elektro-Motorräder setzen keine Luftschadstoffe in Umlauf und machen so gut wie keinen Lärm. Bei einer Ladung der Akkus mit Strom aus erneuerbaren Energien ist zudem eine nahezu CO2-freie Mobilität möglich.

Mopeds, Roller und Leichtmotorräder werden vor allem im Kurzstreckenbereich eingesetzt. Die vom Elektro-Pkw her bekannte „Reichweitenproblematik“ stellt daher keinen wesentlich limitierenden Faktor dar. Zudem werden vor allem Elektro-Mopeds bereits mit abnehmbaren Batteriesätzen angeboten, welche unabhängig von öffentlichen Ladestationen in der Wohnung oder am Arbeitsplatz aufgeladen werden können. Um die Reichweite zu verlängern kann in vielen Elektro-Mopeds ein Zweitakku mitgeführt werden. Unter diesem Aspekt wären speziell Mopeds und Leichtmotorräder („125er“) in Rollerbauart für eine Umstellung auf Elektroantrieb geradezu prädestiniert.
Den vielen Vorteilen elektrisch angetriebener einspuriger Fahrzeuge steht die geringe Anzahl von in Österreich zugelassenen Elektro-Mopeds und Elektro-Motorrädern gegenüber. Von den im Jahr 2014 in Österreich zugelassenen 470.000 Motorrädern und Leichtmotorrädern sowie 290.000 Mopeds haben nur 5.000 einen elektrischen Antrieb, d.h. etwa ein Prozent.

Mangel- oder fehlerhafte Informationen über Grundlagen und Umwelteffekte des Einsatzes einspuriger Elektro-Fahrzeuge – sowohl bei potentiellen NutzerInnen als auch bei politischen EntscheidungsträgerInnen – tragen dazu bei, dass bisher keine größere Verbreitung dieser in Österreich stattgefunden hat. Bislang existierte keine „Lobby“, welche sich um die Etablierung dieses Themas in Österreich gekümmert hat. Auch vom Fahrzeughandel wurde dieses Thema – von wenigen Ausnahmen abgesehen – bisher kaum aufgegriffen.

Zwischen den theoretischen Vorteilen und realen Kaufentscheidungen klafft eine Lücke. Im Rahmen des Projekts wurden mehrere Ansätze erarbeitet und erprobt, die das Potential haben, diese Lücke zu schließen. Welche Fragen mit dem Projekt E-MOTO beantwortet werden konnten und mit welchen Methoden das passierte zeigt Tabelle 1.

Tabelle 1. Hauptfragen und Beantwortungsmethoden des Projekts E-MOTO

FRAGEN METHODEN DER BEANWORTUNG
1. Fahrzeugmarkt:
Wo steht der österreichische Fahrzeugmarkt im Bereich der einspurigen Elektro-Fahrzeuge und welche angebotsseitigen Entwicklungen sind kurz- und mittelfristig zu erwarten?
Medienrecherche (Print, Internet) und Interviews mit ExpertInnen aus Herstellung, Import und Handel einspuriger Fahrzeuge
2. Umweltwirkungen:
Welche konkreten Umweltvorteile haben einspurige Elektro-Fahrzeuge im Vergleich zu fossil angetriebenen Mopeds und Leichtmotorrädern hinsichtlich Energieverbrauch, Schadstoff- und Lärmemissionen?Wie groß ist der potentielle Beitrag eines Technologiewechsels hinsichtlich nationaler Umwelt- und Klimaschutzziele?
Erstmalige tiefgehende Berechnung von Emissionen und Energiekennzahlen mittels des Ökobilanzierungsmodells GEMIS und Analyse der neuen Daten
3. Wirtschaftlichkeit der Elektro-Zweiräder:
Wie schneiden Elektro-Zweiräder in der „Total Cost of Ownership“-Betrachtung (Kostenvergleich über die gesamte Lebensdauer) ab?
Dynamische Wirtschaftlichkeitsberechnung (Anschaffungs- und Betriebskosten, Wieder-verkaufswerte, Fördermöglichkeiten) und Analyse im Vergleich zu fossil angetriebenen Zweirädern
4. Subjektive Nutzungsbarrieren:
Welche Barrieren stehen aus subjektiver NutzerInnensicht einer größeren Marktdurchdringung einspuriger Elektro-Fahrzeuge entgegen?
(1) Befragungen zur Identifikation rationaler und irrationaler Barrieren aus NutzerInnensicht
(2) Initiierung und Erprobung eines Test- und Motivations-formats zur Erhöhung der Akzeptanz von Elektro-Mopeds, v.a. Testfahrten mit Vorher- und Nachher-Befragungen
5. Strategie zur Stärkung des Marktanteils:
Wie kann der Anteil einspuriger Elektro-Fahrzeuge in Österreich vergrößert werden?
Entwicklung innovativer Strategien zur Bewusstseinsbildung mit Fokus auf die Zielgruppe SchülerInnen und StudentInnen auf Basis der Ergebnisse aus dem Projekt E-MOTO

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